Der Begriff «Yoga» wird fälschlicherweise oft einfach mit Körperübungen, den sogenannte Asanas, assoziiert.
Der achtgliedrige Yogapfad beschreibt jedoch vielmehr einen ganzheitlichen Übungsweg, der nicht nur den Körper, sondern auch Verhalten und Geist einbezieht:
Yama – ethische Prinzipien im Umgang mit anderen
Niyama– innere Disziplin und Umgang mit sich selbst
Asana – körperliche Übungen (Körperhaltungen)
Pranayama – Atemkontrolle und -lenkung
Pratyahara – Rückzug der Sinne nach Innen
Dharana – Konzentration (Fokkussierung des Geistes)
Dhyana – Meditation (anhaltende Achtsamkeit)
Samadhi – Zustand tiefer Versenkung bezw. Einheit
Im Zentrum steht die Einsicht, dass alles vergänglich ist. Leid entsteht, wenn wir an Dingen festhalten oder sie ablehnen, sowie die Erkenntnis, dass alles vergänglich ist. Durch Achtsamkeit lernen wir, Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen bewusst wahrzunehmen, ohne sie sofort zu bewerten oder darauf zu reagieren.
In der Hatha-Yoga-Praxis zeigt sich das ganz konkret: Man beobachtet den Atem, spürt den Körper in den Asanas und übt, auch bei Anstrengung oder Unruhe ruhig und präsent zu bleiben. Dabei entsteht ein bewussterer Umgang mit inneren Reaktionen – weniger Widerstand, mehr Akzeptanz.
In einer wöchentlichen 75-minütigen Yogapraxis können wir nicht alle acht Glieder des Yogapfads vollständig abdecken. Doch wir schaffen einen Einstieg: Über die bewusste Atmung und die Arbeit mit dem Körper beginnen wir, unsere Wahrnehmung zu schulen und zu verfeinern. Die Übungen wirken dabei über die Matte hinaus – sie eröffnen immer auch einen Transfer in den Alltag. So entsteht Raum, innezuhalten, Gewohnheiten zu hinterfragen und die eigene Lebensführung achtsamer und bewusster zu gestalten.